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Ein junger Mann hat mir einmal eine seltsame Erklärung für seinen Glauben an ein Weiterleben nach dem Tode gegeben. „Wenn ich gestorben bin,“ sagte er, „komme ich zu einem neuen Leben auf den Mars.“ Auf die Frage, was ihm zu Mars einfiele, antwortete er zunächst Martha, und gleich darauf Mama. Martha war der Vorname seiner Mutter. Er ist als Siebenmonatskind zur Welt gekommen.
Ich würde dieser Wunscherfüllung im Glauben, die dem Sohne den heiligen Schoß der Mutter ohne Entweihung öffnet, keinen Wert beigelegt haben, wenn diese Worte nicht während der ersten Konsultation gefallen wären, ehe der Kranke irgend etwas von dem Ödipuskomplex wußte. Ich kann um so bestimmter behaupten, daß die Antwort unbeeinflußt war Und somit aus der Tiefe des Unbewußten kam, als ich niemals meinen Patienten irgend ein einleitendes Wort über die Behandlung sage, sondern sie sofort ohne weitere Erklärung zum Assoziieren zu bringen suche.
Soviel ich weiß, ist die Idee, nach dem Tode auf dem Mars weiterzuleben, nicht selten, wenigstens bin ich ihr früher, ehe mir Freuds Psychoanalyse bekannt war, öfter begegnet. Ich kann nicht sagen, ob die Erklärung meines jungen Klienten allgemeingültig ist, möchte es aber für einen mir sehr nahe stehenden, schon längst gestorbenen Menschen annehmen, da ich seine Sehnsucht nach der Mutter kannte.
In anderer Form tritt uns diese Wunscherfüllung, in den Leib der Mutter zu gelangen, in der Sehnsucht nach dem Grabe häufig entgegen. Der Schoß der Mutter Erde ist ein begehrenswertes Ziel; der Tote wird der Mutter als Samen zur Wiedergeburt in der Auferstehung anvertraut, und man braucht nicht davor zurückzuschrecken, daß die vorherrschende Idee, von Würmern aufgefressen zu werden, neben ihrer augenscheinlichen Begründung, auf die Assoziation von Wurm und Kind zurückzuführen ist. Auch die weit verbreitete Angst vor dem Lebendig-begraben-werden gehört hieher,