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Die Inspiration wird definiert als Hereinbrechen einer ganzen Gedankenwelt in unser Bewußtsein und nach den Selbsterlebnissen Nietzsches, Jak. Böhmes, Spittelers und Otto Ludwigs genauer geschildert.
Zur Erklärung nimmt der Autor eine selektive Funktion des Bewußtseins an, wobei die nicht gewählten Reize der Außen- und Innenwelt zwar nicht verloren gehen, aber im wachen Zustand als das Nichtangepaßte durch Hemmungen von der angepaßten Einheit im Schach gehalten werden. Die posthypnotischen. Phänomene werden als Beweis für psychische Inhalte außerhalb unseres Bewußtseins angeführt. Der Autor hält den Ausdruck Unbewußtsein für diese zweideutig und schlägt dafür den Namen Binnenbewußtsein vor. Dieses enthält nicht nur Regungen und Vorstellungen, die mit Moral und Kultur im Widerspruch stehen, sondern auch ethisch wertvolle psychische Vorgänge. Tolstoi, Goethe und Gottfried Keller werden als Beispiele angeführt, wie die Berufswahl zur Bildung des Binnenbewußtseins beitragen kann. Freuds großes Verdienst besteht vor allem in der Entdeckung der Methode, das Binnenbewußtsein zu eruieren und seine Gesetze zu erforschen. Organisierendes Prinzip der Neuassoziierung der Binnenkomplexe sind meist gefühlsbetonte Wünsche. (Es gibt doch eigentlich keine ohne Gefühlsbetonung!) Erreichen diese eine genügende Stärke und haben sie sich mit unserer bewußten Weltauffassung harmonisch organisiert, so setzen sie sich auch gegen Hemmungen durch und erzwingen eine Entladung oder wenigstens ein apperzeptives Bewußtwerden. Aus dieser Theorie glaubt der Verfasser die Begleiterscheinungen der Inspiration: Passivität, Plötzlichkeit, Überfülle, überstarke Lustgefühle erklären zu können. Jakob Böhmes Leben und Lehre liefern ihm eine Reihe Beispiele zu ihrer Anwendung. E. v. Hartmanns und