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Von einem Offizier, Hauptmann X., den ich im Kriege kennen gelernt hatte, wurde mir ein Traum erzählt, den ich im folgenden berichten will. Er scheint mir, obwohl nicht analysiert, der Mitteilung wert, weil er in Symbolik und Aufbau einiges Interessante enthält. Seine Vorgeschichte ist diese: Der Träumer hatte am Abend des Traumtages nach einem Zwist mit seiner Frau das Gasthaus aufgesucht, dort ziemlich viel getrunken und war dann heimgekehrt. Er empfand den starken Wunsch nach einem Koitus, versuchte sich seiner Frau zärtlich zu nähern, wurde aber von ihr, die den vorausgegangenen Streit noch nicht vergessen hatte, entschieden abgewiesen. Er schlief übelgelaunt ein und träumte:
Es ist wie an einem Wasser, See oder Meer, ein schief absteigender, aus Holzplanken bestehender Strand, wie ein Landungssteg in großem Maßstabe. Ich bin von einer Gesellschaft, die weiter oben stand und in der sich — für meine Erinnerung deutlich — Hauptmann A. befand, hinunter gelaufen an das Wasser, weil ich von dort her einen Tumult gehört hatte. Ich finde unten eine Menge kleiner, wie Schiffsjungen oder Matrosen gekleideter Buben, die in großer Erregung sind. Es ist wie ein Aufruhr, wie eine Meuterei, die im Begriffe ist, loszubrechen. Einen schon erwachsenen Menschen sehe ich, ein Messer in der erhobenen Hand, gegen eine undeutliche Erscheinung — wie Kapitän oder dgl. — losstürmen und ihn unter dem Rufe „Nimm das!“ bedrohen. Immer
mehr Jungen laufen die schiefe Ebene des Landungssteges herab, an mir vorbei, einer auch mit einem Messer. Uch ergreife einen neben mir liegenden, langen Ast, um mich nötigenfalls mit ihm zu verteidigen. Er bricht ab. Immerhin greift mich niemand an. Ein kleiner Junge neben mir ruft etwas in slawischer Sprache. Ich stelle ihn und mache ihm, gleichfalls slawisch sprechend, heftige Vorwürfe über sein und seiner Kameraden Verhalten. „Es ist ein Skandal, daß ihr so auseinanderläuft, das ist unmilitärisch“, oder etwas Ähnliches. Dabei habe ich im Traum die Empfin