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Vor zweieinhalb Jahren war ich daran, den nachfolgenden Traum aus seiner Vergessenheit und Verborgenheit hervorzuholen, um ihn unseren Fachgenossen zur Erörterung anheimzugeben, doch hielten mich davon politische Erwägungen ab. Wie leicht hätte nämlich irgend wer einen Wunsch des Psychoanalytikers herausdeuteln können und es wäre zumindest mir meine philanthropische und pädagogische Tätigkeit in den Spitälern sehr erschwert oder gar fernerhin verwehrt worden. Es handelt sich nämlich um einen vor etwa einem Jahrtausend aufgezeichneten Traum des nachmaligen Kaisers Karl des Großen. In den Tagen eines anderen Karls sollte sich eben dieser Traum erfüllen, das aber war schon vor zwei Jahren deutlich vorauszusehen, war ja unabwendbar, hörte man auf die Reden der aus dem Felde in die Spitäler geschafften Verwundeten und Siechen. Mit dem Herrscherhaus und seinem Troß von Schergen und Würdenträgern ging es jählings und unaufhaltsam abwärts, aber noch im Sturze rissen die Sinkenden und Fallenden so manchen Unschuldigen mit ins Verderben; denn sie konnten es bis zu ihrer bösen Letzt nicht glauben, daß die Völker ihrer überdrüssig geworden waren. Innerhalb ihres, der Machthaber, Machtbereiches, der Spitäler nämlich, schalteten und walteten so manche Hinterlandstrategen derart verblendet grausam, daß schon ein leiser Verdacht ausreichte, um einen wegen Mangels an knechtischem Gehorsam zu verderben.
W. H. Riehl, der seinerzeit berühmte Kulturforscher, verdient durch die Tiefe und den Scharfsinn seiner Auseinandersetzungen ebenso den Namen eines der Begründer der Volksforschung und vielleicht auch der Psychoanalyse. Er wäre ein solcher tatsächlich auch geworden, hätte er sich nicht auf die Beobachtung der in Büchern vorhandenen Angaben beschränkt, sondern wäre wie der Volksforscher und Psychoanalytiker in unmittelbarste und regste Verbindung mit den noch lebenden und schaffenden Zeitgenossen getreten. Das Ergrübein ist höchst verdienstlich und die stilistische Vollendung sehr erwün