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J. Sadger hat in einer wertvollen Studie „Über Nachtwandeln und Mondsucht“ (Schriften zur angewandten Seelenkunde, 16. Heft, Deuticke, 1914) das Nachtwandeln zum Objekt einer analytischen Studie gewählt. Zur Unterstützung seiner Anschauung, derzufolge das Nachtwandeln einen motorischen Durchbruch des Verdrängten darstelle und wie der Traum der Erfüllung heimlicher verpönter Wünsche, zunächst der Gegenwart, die hinter sich aber ganz regelmäßig kindliche bergen, diene, sei ein von Brillat-Savarin2) erzähltes Beispiel von Nachtwandeln wiedergegeben. Von der dem Analytiker naheliegenden Deutung des Falles sei abgesehen. Dom Duhaget, Prior der Karthause von Pierre-Chatel berichtet Brillat-Savarin: „In N., wo ich Prior war, bevor ich nach Pierre-Chatel kam, hatten wir einen Mönch von melancholischer Gemütsart und düsterem Charakter, der als Nachtwandler bekannt war. Bisweilen verlies er während seiner Anfälle seine Zelle und kehrte allein dahin zurück, bisweilen aber verirrte er sich auch und mußte dann zurückgeführt werden. Man hatte die Ärzte zu Rate gezogen und einige Heilmittel angewendet, dann aber, da die Anfälle seltener geworden, sich nicht weiter mit ihm beschäftigt. Eines Abends hatte ich mich nicht