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Viele, wahrscheinlich die Mehrzahl der normalen Erwachsenen aus „besseren Ständen“ sind beim Essen und Trinken an eigenes Tafelgedeck gewöhnt und würden es als unangenehm empfinden, das gleiche Geschirr mit einer anderen Person teilen zu müssen. In der Regel sind diese Abwehrgefühle eigenen Familiengliedern gegenüber geringer, und wir würden uns nicht wundern, bisweilen Eltern, Kinder und Geschwister aus einem und demselben Glase trinken zu sehen. Dies ist ebenso „natürlich“ wie die Tatsache, daß man eigene Angehörige gern küßt, während man es bei der großen Anzahl der Bekannten mindestens gleichgültig, wenn nicht direkt unangenehm empfinden würde. Die Freude am Küssen und gemeinsamen Essen stehen im gleichen Verhältnis und in direkter Beziehung zum erotischen Empfinden einer Person gegenüber. Dort, wo die normale Munderotik von Abwehrgefühlen begleitet wird, was meistens eine Teil-erscheinung der Abwehr von inzestuösen Regungen ist, da finden wir das umgekehrte Verhältnis. Mir stehen zwei Fälle von jungen Mädchen als Beleg zur Verfügung. Beide gelten im gewöhnlichen Sinne für normal, aber „nervös“. Beide haben starke, verdrängte, inzestuöse Regungen dem Vater gegenüber. Beide sind keine „Küsserinnen“ und eine mag überhaupt keine „Zärtlichkeiten“ leiden. Beiden gemeinsam ist, daß der Abscheu am größten ist, wenn es sich um Essen oder Trinken aus gleichem Geschirr nach eigenen Familienangehörigen, namentlich nach dem Vater, handelt. Auch beim Küssen sind Widerstände dem Vater gegenüber die stärksten. Beim väterlichen Kuß sind es mehr „drollige“ Gefühle des „Genierens“,