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In einem uralten ägyptischen, sogenannten Pyramidentext findet sich eine Stelle, welche gleichsam eine Parallele darbietet zu Leonardos Geierphantasie, hinter der ja — wie Freud in seiner „Kindheitserinne-rung des Leonardo da Vinci“ überzeugend dargestellt hat — sich nichts anderes als eine Reminiszenz an das Saugen — oder Gesäugtwerden — an der Mutterbrust verbirgt. Ich zitiere aus dem V. Kapitel von Ermans „Die ägyptische Religion“, welches die religiösen Anschauungen der alten Ägypter über das Schicksal der Verstorbenen, das Leben nach dem Tode und den Wohnort der Seligen behandelt.
„..…Daß man sich diese Paradiese nach der Art des eigenen Landes dachte, versteht sich von selbst; sie haben Gewässer, die man wie die Nilkanäle zur Zeit der Überschwemmung öffnet, sie werden mit Wasser gefüllt und grünen dann, um den Toten ihre Nahrung zu gewähren. Denn ohne Nahrung können auch die Götter und die Verklärten des Himmels nicht bestehen; im Osten des Himmels steht jene hohe Sykomore, auf der die Götter sitzen, der Lebensbaum, von dem sie leben; dessen Früchte ernähren auch die Seligen. Und die Göttinnen, die am Himmel sind, gewähren dem Toten noch unschuldigere Kost. Kommt er zur Nut2) oder zu der Schlange, die die Sonne hütet, so begrüßt ihn jede als ihren Sphn; sie hat Mitleid mit ihm und reicht ihm ihre Brust, daß er sie sauge, und so lebt er und ist wieder ein Kind. Er kommt zu jenen seinen beiden Müttern, den Geiern mit langem Haar und strotzenden (?) Brüsten, die auf dem Berge Sehseh sitzen;