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Gleich die ersten Sätze dieser kurzen, aber von Ideen strotzenden Arbeit verkünden mit axiomatischer Sicherheit die These, daß „der sexuelle Grundcharakter der Neurose nicht im eigentlichen, am wenigsten im angeborenen — Wesen der Sexualität liegt, sondern in der Tatsache, daß das Gebiet der Sexualität von äußeren Faktoren zum eigentlichen Gebiet des hoffnungslosen inneren Kampfes gemacht wird“. — Nun, wir wissen alle von dem uralten Streit zwischen den Anhängern der Endo-geneïtät und der Exogeneität in der Pathologie; wir wissen auch, daß die Anfänge der Psychoanalyse im Zeichen der Traumatheorie der Neurosen standen, einer Lehre, die mit der Berücksichtigung der äußeren Verursachung auskommen zu können glaubte. Es ist uns aber allen bekannt, daß Freud, indem er seine Erkenntnisse über die Neurosenätiologie vertiefte, sich gezwungen sah, die in der Traumatheorie steckende Einseitigkeit durch die Berücksichtigung der konstitutionellen (endogenen) Faktoren zu korrigieren, ja, daß er es war, der den fadenscheinigen Begriff der „erblichen Anlage“ mit biologischem Inhalt erfüllte. Mit nicht geringer Neugierde erwarten wir also die Aufzählung der Gründe, die den scharfsinnigen O. Groß zur Rückkehr zum verlassenen Standpunkte des Exogeneismus bewegen konnten. Die prinzipielle Wichtigkeit dieser Stellungnahme ist unzweifelhaft. Mag sich der Autor noch so enthusiastisch für die sexualpathologischen Entdeckungen Freuds über die exogenen sexuellen Noxen erwärmen, sobald er seine Annahmen über das Wesen der sexuellen Anlage, über die Art der angeborenen Sexualität verwirft, stellt er sich allen Erfahrungen und Fortschritten gegenüber, die das Lebenswerk des vom Autor gepriesenen „großen Meisters“ ausmachen.
O. Groß verstellt unter Perversion die Übertragung sexueller Triebenergie auf etwas seinem Wesen nach nicht Sexuelles. Dieser Satz, der nichts weniger bedeutet, als die wieder einmal versuchte Leugnung der infantilen Sexualität, bleibt einstweilen nur eine kühne Behauptung.
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