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Hinter diesem allgemeinen Titel verbirgt sich eine die Zwangs-erscheinungen im Zusammenhang mit der Ohrenbeichte behandelnde Arbeit eines Arztes, der mit geistlichen Kreisen in Beziehung steht. Er kennt also sehr genau die entsetzlichen Qualen dieser Kranken, deren unberuhigbares Schuldgefühl im Beichtstuhl die sonderbarsten Exzesse aufführt, steht aber, was das analytische Verstehen und Behandeln des Zwanges anlangt — auf dem reaktionären Standpunkt Hoches. Von dem Italiener Gemelli, der dasselbe Thema behandelt hat, könnte er sich belehren lassen, welchen Fortschritt Freud auf diesem Gebiete gebracht hat. Bergmann, der mit einem anderen Autor gemeinsam eine Pastoralmedizin herausgegeben hat, erörtert nun hier die Frage der Behandlung der Skrupel- und Grübelsucht und scheint sie teilen zu wollen zwischen dem Arzt und dem Seelsorger. Für die leichteren Fälle gibt er den Seelsorgern Ratschläge, aber sowohl die pastorale wie die ärztliche Methodik besteben nur im Zureden. Dem Priester wird geraten, sich bei der Beichte nicht in Details einzulassen, nur eine formale Beichte abzunehmen u. dgl.
Hoche wird sich einmal herostratisch rühmen können, durch seine Verleumdung der Psychoanalyse die Unwissenheit deutscher Ärzte und die Leiden unglücklicher Kranker um lange Jahre verlängert zu haben! Denn gerade auf dem Gebiete der Zwangszustände ist die Disposition und die Psychogenese so geklärt worden, sind die so variablen Symptome so eindeutig auf ihren Grundtypus zurückgeführt und ist die auf all dies gegründete Therapie anderen Methoden so überlegen und wirksam, daß die Ignorierung der Analyse hier ein Verbrechen ist.
Das Buch weist mit größter Deutlichkeit auf die Unentbehrlichkeit gerade sexualpsychologischer und psychoanalytischer Kenntnisse für den Seelsorger hin — obwohl der Autor nichts von diesen besitzt. Pfisters Schriften haben in dieser Hinsicht noch viel Gutes zu stiften! Eine Frage bleibt, wie eine tiefer gehende Analyse es vermeiden kann, den Glauben selbst zu er