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Beiträge zur Psychologie des Krieges.
Paul Plaut: Psychographie des Kriegers; Walter Ludwig: Beiträge zur Psychologie der Furcht im Kriege; E. Schiche: Zur Psychologie der Todesahnungen. (J. A. Barth, Leipzig 1920.)
Die genannten Arbeiten beschreiben den Soldaten in verschiedenen Lagen und Stimmungen, ohne Einzelanalysen zu machen oder das Unbewußte wesentlich zu berücksichtigen. — Das Sexualleben sei an der Front, berichtet Plaut, so gut wie geschwunden, nur in ganz seltenen Ausnahmen kamen sexuelle Verirrungen oder Onanie vor. Hinter der Front tritt die „eingesperrte Brunst“ oft mit elementarer Gewalt hervor. — Nur Schiche betont in seiner Arbeit über Todesahnungen die Bedeutung unbewußter Schuldgefühle und Selbstmordabsichten; zu näheren Analysen kam er nicht. Die Beobachtung, daß Todesahnungen im Felde scheinbar auffallend häufig in Erfüllung gegangen sind, erklärt der Autor aus der Tatsache, daß die Betreffenden dann durchaus nicht mehr so aufmerksam bei der Vermeidung der alltäglichen Gefahr sind, wie der Normale. Ferner lassen sich dieselben nicht selten widerstandslos bereit finden, besonders gefährdete Wege zu gehen und besonders gefährliche Aufgaben freiwillig zu übernehmen.
Dr. E. Hitschmann