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Im geschichtlichen Teil dieser Studie wird uns die Entwicklung der Bedeutung des Begriffes „Enge des Bewußtseins“ vorgeführt. Darauf folgt auf
Grundlage der heutzutage wieder in Aufschwung kommenden Lehre von den psychischen Akten die Klarlegung der eigenen Ansicht. Mit Hilfe einer von R. Pauli erdachten Versuchsanordnung fand Mager, daß die Tatsache der Enge des Bewußtseins“ eine Gesetzmäßigkeit des Aktbewußtseins und nicht eine des Gegenstandsbewußtseins verrät. Diese Gesetzmäßigkeit besteht darin, daß zu gleicher Zeit nur ein einziger Aufmerksamkeitsakt vollzogen werden kann. Die Ursache dieser Gesetzmäßigkeit soll darin liegen, daß die Aufmerksamkeitsfunktion ihrem Wesen nach eine aktuelle beziehende Einheit in die wesentlich indifferente Gegebenheit hineinträgt, die reale Indifferenz somit durch die Beziehung zum Subjekt gelöst wird. — Dieses Ergebnis steht in erfreulichem Einklang1) mit der psychoanalytischen Behauptung in betreff der Interessebesetzungen im Wahrnehmen, der Aufmerksamkeit als aktueller Leistung, der beschränkten Menge der gleichzeitig verfügbaren psychischen Besetzungsenergien (Freud: Traumdeutung, Ferenczi: Denken und Muskelinnervation). Der Unterschied der zwei Auffassungen liegt darin, daß die Psychoanalyse die Tatsache der Enge des Bewußtseins nicht als eine letzte psychische Gesetzmäßigkeit des Bewußtseins hinstellt, sondern als ein Teilgesetz der verfügbaren psychischen Quantitäten überhaupt, sie zeigt sich am auffälligsten an der Gefühlsseite der psychischen Erscheinungen, in der Liebesbeziehung. Hätte Mager die Gefühlsseite seines Problems höher geschätzt, so hätte er auch das Prinzip, daß „dasjenige, was von einfachen Akten gilt, a fortiori für kompliziertere Akte zutreffen muß“, nicht aufstellen können. Komplizierte Akte können doch affekt-betonter sein, als einfache, können deswegen auf mehr Besetzungsenergie Anspruch erheben. Es scheint mir, daß die „Enge des Psychischen überhaupt“ nur für sehr wenig oder sehr stark affektbetonte