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Zivilarzt in einem Militärspital auf der Abteilung für Nerven- und Geisteskranke1.
Der Umstand, daß beim Militär die Kranken ziemlich rasch in Spitalsbehandlung gelangen, bot mir Gelegenheit, einige Fälle von Psychose sozusagen in statu nascendi zu beobachten. Die sekundäre Bearbeitung der Seelenstörung, die im vorgeschrittenen Stadium das Bild verschwommen macht und die Übersicht erschwert, fiel hier weg, so daß sich die Psychose vor meinen Augen entwickelte.
Die Erfahrung hat die Psychoanalyse die Behauptung aufstellen lassen, daß bei der Entstehung einer Seelenstörung zwei Faktoren maßgebend sind: die Fixierung an eine Entwicklungsstufe und die Versagung. Es ändert nichts an der Sache, daß bei den hier gegebenen Fällen der exogene Faktor — eine organische Erkrankung, respektive eine schwerere körperliche Verletzung — eine hervorragende Rolle spielte. Es wird sich zeigen, daß bei diesen Kranken die Realität sich so weit geändert hatte, daß eine konfliktlose Anpassung nicht möglich war, wenigstens für die Kranken nicht. Die Folge war eine Regression zu der individuell gegebenen Fixierungsstelle, die fortschreitende Zurückziehung der Libido von der Außenwelt, schließlich nach der gelungenen Abwehr die durch die Fixierungsstelle determinierte Psychose und deren Inhalt.
Es war für mich als Psychoanalytiker schon a priori klar, daß die geänderte Realität, die Versagung, nur den Anstoß zur Regression geben kann, die inhaltliche Bearbeitung geht von der Fixierungsstelle aus.