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Rein sachlich ließen sich die in dem vorliegenden, etwas sonderbar anmutenden Buch niedergelegten Spekulationen etwa kurz so andeuten:
Die Psyche setzt sich nach Galant aus drei Grundelementen: dem Unbewußten, der Affektivität und dem Bewußten zusammen. Ein unbewußtes Denken gibt es nicht. Der Prozeß des Denkens, so wie er sich im Gehirn. abspielt, ist unbewußt, das Denken an sich ist aber bewußt, ist vom Bewußtsein begleitet! — Der Prozeß des Denkens und das Denken an sich sind streng auseinander zu halten. — Dem Bewußten, dem Denken wird das Triebleben als Unbewußtes gegenübergestellt und das Unbewußte definiert als die Entäußerungen und Wandlungen unseres Trieblebens. — Das Unbewußte ist unsere Sexualität. Wir modernen Menschen haben keine anderen Triebe als die sexuellen. Die Kultur hat uns, mit Ausnahme der sexuellen, alle anderen Triebe weggenommen. Doch weiter: die Brücke, die das Bewußte mit dem Unbewußten verbindet, sucht der Autor in der Affektivität, die bei der Entäußerung des Unbewußten die Hauptrolle spiele. „Ohne Sexualität gibt es überhaupt keine Affektivität …“ „Über diese Brücke geht die Kommunikation zwischen beiden Endgliedern der Psyche, des Bewußten und Unbewußten und umgekehrt, so daß das Bewußte eine Menge vom Unbewußten enthält. Das ist der normale, gesunde Zustand unserer Psyche: der Zustand des Gleichgewichtes.“
Die Entwicklung der Sexualität gestaltet sich nach Galant ungefähr folgendermaßen: Das Unbewußte = Sexualität bringen wir mit auf die Welt und es äußert sich schon als Saugen an der Mutterbrust. Eine autoerotische Phase gibt es nicht, die gegenteilige Behauptung Freuds sei einfach eine Fabel! Der Säugling befriedigt also — unbewußt — ein wenig später mit einer minimalsten Dosis Bewußtsein — seine Sexualität. Dann tritt — sehr früh — die Affektivität auf. „Das Unbewußte wird verdrängt, es tritt das auf, was W. Fließ die sexuelle Latenzperiode nennt.“ (S. 20.) Die Angst entsteht nicht Sekundär infolge Verdrängung aus der Libido, sonder