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Schilder teilt zunächst die analytische Betrachtung eines durchsichtigen Falles von Homosexualität bei einem 37jährigen Manne mit, dessen sexuelles Interesse seit seinem 15. Jahre etwa Knaben galt, denen gegenüber er sich unbewußt in die Rolle der Mutter versetzt, andererseits versetzt er sich auch wieder in ihre Lage; Patient identifiziert sich also sowohl mit seiner Mutter als auch mit einer früheren eigenen Entwicklungsstufe. Von einer vorläufigen Definition des Begriffes Identifizierung ausgehend — das Individuum setzt sich Personen der wirklichen oder phantasierten Umwelt gleich und bringt diese Gleichsetzung in Symptomen, seien es Handlungen oder Phantasien, zum Ausdruck, bereichert sich durch fremde Erlebnisstücke, ohne von dem Vorgange Kenntnis zu haben — unterzieht Schilder nun diesen Begriff einer eingehenden Untersuchung, die auch an viele andere psychoanalytischen Fragen streift. Es ist schwer, von der gedankenreichen Arbeit einen kurzen Auszug zu geben, und es kann daher nur das Wichtigste herausgegriffen werden.
Identifizierung geschieht auf Grund des gleichen ätiologischen Ausspruches und ermöglicht, sich etwas von den Erlebnissen der anderen Person anzueignen. Diese Aneignung geht nach affektiven Bedürfnissen und betrifft Eigenschaften jener Person, die eine bestimmte, eine erotische