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Dieses Werk enthält eine Sammlung von Vorträgen und Artikeln Janets aus den Jahren 1906 bis 1914. Er zergliedert die verschiedenen psychotherapeutischen Methoden, die im Laufe der letzten Dezennien angewandt wurden. Janet konnte diese Arbeit unter besonders günstigen Umständen vollenden. Auf seine gründlichen Kenntnisse der englischen und deutschen Literatur gestützt, ist er einer der seltenen französischen Psychiater, der sich der Psychologie annähert, was in erster Linie eine besondere Bedeutung für das Studium der Geisteskrankheiten hat. Es macht einen besonderen Reiz dieses Werkes aus, daß der Autor in seinen Ausführungen immer praktische Beispiele einschaltet.
Tomepremier: „L'action morale et l'utilisation de l'automatisme“ (343 p.).
Janet behandelt zuerst die Wunderheilungen. Er anerkennt, daß sie manchmal vorkommen, aber er bemerkt, daß dieses religiöse Verfahren von allen unseren psychologischen Heilmitteln das am wenigsten wissenschaftliche ist. Es wird tatsächlich in derselben Weise auf alle Krankheiten angewandt, und noch mehr, es rufe keine menschliche psychische Kraft, keine individuelle Energie hervor. Alles spiele sich zwischen Gott und der Krankheit ab. Der große Portschritt, den uns die philosophischen und moralischen Heilverfahren, die Janet hierauf betrachtet, bringen, bestehe darin, daß sie das menschliche Wollen herausfordern. Diese Methoden hätten jedoch auch diesen großen Nachteil, daß sie den speziellen Umständen, aus welchen sich die Krankheit entwickelt hat, nicht Rechnung trügen. Janet geht dann zum Studium der Suggestion und Hypnose über. Nach historischen Ausführungen über diese Frage schließt er: „Daß die Suggestion nur bei Individuen möglich ist, die sich momentan in einer solchen Depression befinden, bei der das Niveau der realistischen Tendenzen verschwindet und welche das Denken erschwert.“ Für Janet ist die Suggestion die Herausforderung des Impulses an Stelle des geweckten Willens. Hypnotismus die Provokation eines Somnambulismus an