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Schon der erste Band dieses Sammelwerkes, welcher der Psychiatrie gewidmet ist, gibt zu zahlreichen Bemerkungen Anlaß, so daß ich ihn referieren will, ohne das Erscheinen des zweiten abzuwarten.
Dieses Buch besitzt alle großen Vorzüge und Fehler der französischen Werke, d. h., daß die klinischen Deskriptionen der verschiedenen Krankheiten, die es erörtert, ausgezeichnet sind. Man muß bewundern, mit wieviel Sorgfalt jedes einzelne Symptom behandelt ist. Andererseits fühlt man sich verpflichtet zu bedauern, daß die französischen Psychiater, was die Aetiologie betrifft, immer noch bei der mehr als fünfzig Jahre alten Theorie der Degeneration halten. Diese Beharrlichkeit kommt wahrscheinlich daher, daß die Franzosen sich über die ausländische Literatur so wenig auf dem Laufenden halten. Man wundert sich auch, keine Erwähnung der Freudschen Werke in den Arbeiten von Ritti, Juquelier, Capgras, Sèrieux, Brissot und Mallet zu finden. Das Thema, das sie behandeln, steht doch in direkter Beziehung zu den analytischen Arbeiten.
Logres referiert in seinem Artikel „L'ètat mental des hystèriques“ die Psychoanalyse nach dem Werke von Règis und Hesnard; aber er scheint sie nicht aus erster Hand zu kennen und vor allem sie nie ausgeübt zu haben. Das nachstehende Zitat zeigt uns dies deutlich (p. 356). „Psychoanalyse anzuwenden, d. h.: alte teils vergessene und entstellte Erinnerungen hervorrufen; die Phantasie des Kranken ins Abenteuerliche gehen lassen unter dem