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Viele französische Psychiater werfen der Psychoanalyse vor, daß sie nichts Neues hervorbringe. Claparède zeigt, wie wenig dieser Vorwurf begründet ist. Gewiß, die offizielle Psychologie sprach schon hie und da von analogen Aufschlüssen, wie von Verdrängung oder Ablenkung, und mehrere Psychologen anerkannten die Bedeutung der Gefühle und der Sexualität als Triebfedern unserer Handlungen; aber das waren nur vereinzelte Stimmen. Claparède läßt Freud Gerechtigkeit widerfahren und zeigt, daß er der erste gewesen war, der diese zusammenhanglosen Beobachtungen in eine Reihe fruchtbarer Hypothesen zusammenfaßte. Er schreibthierüber:
„Sprach man denn Newton seinen Ruhm ab, als er die universelle Anziehungskraft entdeckte, weil sich sein Geistesblick fast nur darauf richtete, das gegebene Material, das vor ihm vorhanden war, zusammenzufassen, die Schlüsse zu ziehen aus den mathematischen Studien von Descartes und Fermat, den Experimenten des Galilei über den Fall der Körper, denen von Huygens über die Fliehkraft, von den Beobachtungen Keplers und Hookes über die Planetenbewegung? Zweifellos war auf dem Gebiete der Anziehungskraft alles schon entdeckt, außer gerade dem Gesetz der Anziehungskraft selbst. Ähnlich können wir sagen, daß nichts in der Psychoanalyse völlig neu ist, als die Psychoanalyse selbst.“
Die Psychoanalyse wurde so oft in Frankreich verschrien, daß wir es nötig finden, die Worte Claparède's, mit denen er sie zu rechtfertigen sucht zu zitieren: