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Verfasser glaubt, daß die Erfahrungen bei den Kriegsneurosen es nötig machen, im Begriffe der hysterischen Erkrankung mehr die Rolle des Willens zu betonen. Er definiert: „Hysterisch sind alle als psychische oder körperliche Krankheitssymptome oder Ausnahmezustände imponierende Erscheinungen, an deren Hervorrufung oder Unterhaltung ein Mensch instinktiv oder bewußt interessiert, irgendwie mit seinem Willen beteiligt ist, da diese Krankheitserscheinungen ihm vorteilhaft erscheinen oder einmal vorteilhaft erschienen sind“, und fügt hinzu, „Einen Krankheitswert erhalten diese Erscheinungen dadurch, daß sie häufig auf dem Boden einer Unterschwelligkeit psychischer und physischer Reflexe entstehen und daß die Willenskomponente sich mit diesen Reflexen bisweilen so vergesellschaften kann, daß das Bewußtsein für diese Verschmelzung verloren geht.“
Die einseitige Einstellung auf die bewußten Ichtriebe, die gewiß in sehr vielen Fällen von Kriegsneurosen eine sehr große Rolle spielten, wird der durch die Psychoanalyse aufgedeckten ebenso wichtigen Rolle des libidinösen Anteiles der Symptome, besondeis des Anteiles des Narzißmus, nicht gerecht. Für Pönitz gibt es nur bewußte Vorgänge. Dabei hat er das richtige Gefühl, daß seine Psychologie nicht immer in die tiefsten Gründe der Neurose hineinreicht (S. 39). Verfasser gibt zu, daß sich während des Krieges bei den Fachpsychiatern und Fachneurologen mehr oder weniger bewußt in der Auffassung der Kriegsneurosen eine gewisse Annäherung an die Psychoanalytiker vollzogen hat (S. 41), hält es aber nicht für nötig, sich näher mit den Ergebnissen der psychoanalytischen Studien auseinanderzusetzen, obwohl er Freuds und Abrahams Aufsätze (in der Intern. Psa. Bibi. Nr. 1) kennt, was aus Anführung hervorgeht.
Die von Abraham zuerst beschriebene zufriedene, oft übermütige Stimmung der körperlich Schwerbeschädigten (Amputierten) hat auch Pönitz beobachtet.