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Kugler bringt an der Hand von 2000 Fällen ein ätiologisches System der Neurose an der Hand des führenden Symptomenkomplexes. Hier interessieren die Ausführungen unter „Therapie der Angst“: fast zwei Drittel seien ätiologisch in der Sexualität verankert, man könne die Angstneurose eines jungen Mannes mit Wahrscheinlichkeit im Autoerotismus, die einer Frau oder eines Ehemannes in Fehlern des Prohibitivverkehres begründet finden und es sei ein unvergängliches Verdienst Freuds, diesen Zusammenhängen der Angstentstehung in die erste Früherotik hinein nachgegangen zu sein. Angst sei nichts anderes als Furcht, deren Motiv in der erotischen Erregung und der dadurch bedingten Bewußtseinseinengung vergessen worden sei. Doch dürfe man nicht mit Freud allzu ausschließlich in der Erotik die Angstquelle suchen. Die Hysterie dagegen sei vor allem konstitutionell, sexuell und traumatisch bedingt; die konstitutionell verursachte Charakterverderbung der geborenen Hysteriker sei therapeutisch aussichtslos. Die traumatischen Hysterien fänden ihre Heilung bei Ausschaltung des subkortikalen Zukunftsgrundes zum Beispiel Rentenhunger, Frontdienstfurcht oder Rachedurst. In der Sexualätiologie könne es sich um Bewußtseinsspaltung handeln, wie sie durch das kindliche oder späte Sexualtrauma entsteht oder um Unterdrückung unangenehmer und beschämender Erinnerungskomplexe. In der Klärung der Genese könne oft eine aussichtsreiche Therapie gelegen sein. Dr. Landauer.