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Ein 34jähriger Kaufmann, der an motorischen Phobien und Zwangsimpulsen litt, wurde, da er eine Psychoanalyse wegen „Zeitmangel“ verweigerte, einer Suggestivbehandlung unterzogen, die ihn völlig symptomfrei macht, so daß er neun Tage später abreist. Ein zweiter Fall von Angst wird in fünfzehn hypnotischen Sitzungen symptomfrei. Der dritte Fall ist eine an Angst, leichter Depression, flüchtigen Halluzinationen leidende Frau, die mit einem sehr sexualbedürftigen Manne in gestörter Ehe lebt, und einen anderen liebt. Durch ihre hysterisch-suggestible Gesamteinstellung ausgezeichnet zur Hypnose geeignet, läßt sie sich nach sechsundzwanzig Tagen, durch kombinierte wachpsychotherapeutische und psychokathartische Behandlung symptomfrei geworden, ihrem Gatten wieder zuführen. Da die Autoren „aus äußeren Gründen“ über den weiteren Verlauf dieser drei Fälle nichts in Erfahrung gebracht haben, geben sie selbst zu, nicht von Heilungen, sondern nurvon Symptomfreiheit sprechen zu dürfen. Trotzdem wird von ihnen die Ansicht ausgesprochen, daß der psychopathologische Aufbau so vieler Neurosen ein so einfacher sei, „daß es wissenschaftlich nicht lohnend und praktisch unrichtig sei, mit dem ganzen Rüstzeug psychoanalytischer Methoden an sie heranzugehen.“ Man müsse sich in der Psychotherapie von Fall zu Fall durch die Eigenart, ja von Sitzung zu Sitzung durch die Gesinnung und Ansprechbarkeit der Patienten leiten und in der Wahl der Methode beeinflussen lassen.
Aus so lückenhaften Krankengeschichten kann sich der Leser kein rechtes Bild machen; daß aber Angstzustände, wie die ersten beiden, sehr wechselnd sind und auf die verschiedensten Maßnahmen eine Zeit lang schwinden können, ist jedem Fachmann bekannt. Eine Dauerheilung aber kann doch nur eine gewissenhaft zu Ende geführte Analyse oder eine Änderung des Liebesschicksals bringen. (Ein Stück aktueller Angstneurosen spielt mit eine Rolle). Die Mentalität jedes Sanatoriumsarztes adaptiert sich nun einmal