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Als bedeutendste Vertreter der Züricher Schule werden fast ausschließlich Jung und Mäder zitiert, Bleuler und Pfister nur ganz vereinzelt, andere, wie zum Beispiel Riklin, gar nicht. Es ist daher nicht verwunderlich, daß ein einseitiges, verzerrtes Bild dieser Richtung gezeichnet wird. Der Autor weist zwar
ausdrücklich darauf hin, daß auch die meisten der Lehren Jungs bei Freud in nuce befindlich seien. Mit Jung hält er den Kern des Neurosenproblems für ethischer Natur, und zwar stamme der Konflikt nicht aus der Sexualität, sondern aus der Trägheit, Faulheit, Arbeitsunlust der aktuellen Lebensaufgabe gegenüber. Dinge allgemeinen Inhaltes würden im Traum oft in sexueller Form dargestellt. Trotz dieser reservierten Haltung hält der Verfasser die Kritik der Freudschen Sexualsyrabolik für verfehlt. Es seien aber Übertreibungen vorgekommen. Dagegen anerkennt er, daß Silberers Lehre von der funktionellen Symbolik, die mit den Auffassungen der Züricher Schule in naher Verwandtschaft steht, von Freud ohne Reservation angenommen worden sei.
Für die apodiktische Behauptung, daß der sexuellen Deutung kein therapeutischer Wert innewohne, liefert das angeführte Beispiel jedenfalls keinen zwingenden Beweis. Wenn eine 37jährige unverheiratete Neurotika im Traum einen Regenschirm sucht, so werden wir die Heilung schwerlich dadurch beschleunigen, daß wir erklären, der Schirm bedeute nun ihre Lebensaufgabe, nicht nur den Phallus-Mann. Auch die meisten anderen angeführten Beispiele lassen ohne Schwierigkeit die Natürlichkeit der sexuellen Deutung und das Banale der nichtsexuellen Umschreibung erkennen.
Richtig wird hervorgehoben, daß die Psychoanalyse als erste Methode das Band der Übertragung zwischen Arzt und Patient zu lösen sucht im Gegensatz zu der jetzt übermäßig gepriesenen Hypnosetherapie.
Der Autor hält das Konstitutionelle bei der Neurose für eine eigentümliche Mischung von Immoralität, Zurückweichen und Moralität, feinem Gewissen. Bei Freud seien infantile, inferiore Tendenz