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Die vorliegende Bearbeitung des „traumatischen Hexenschusses“ durch einen Neurologen, dem die Tiefenpsychologie des Wiener Meisters nicht fremd ist, zeigt so recht, welche Bereicherung für das Studium organischer Krankheiten resultiert, wenn auch psychologische Gesichtspunkte dabei nicht vernachlässigt werden. Den Psychoanalytiker wird es interessieren, was der Autor über die relativ häufige Verquickung der chronischen Lumbalgie mit einer allgemeinen „Neurose“ zu sägen hat. „Dieses Zusammentreffen ist insofern bedeutungsvoll, als es den Arzt begreiflicherweise besonders leicht dazu verführen kann, die organische Komponente des Leidens zugunsten der neurotischen zu übersehen. Man darf sich jedoch durch diese Koinzidenz nicht täuschen lassen: die begleitende Neurose ist in diesen Fällen weder die alleinige Ursache noch die Folge der Lumbagobeschwerden; der Zusammenhang ist vielmehr ein ganz anderer. Die psychologische Analyse solcher Fälle ergibt nämlich regelmäßig, daß die betreffenden Patienten verkappte Sexualhypochonder mit intensiven sexuellen Insuffizienz- und Schuldgefühlen (Onanie- und Impotenzkomplex!) sind.“ (S. 88.) — Der im Volke weitverbreitete Glauben an einen Zusammenhang zwischen Onanie und „Rückenmarksleiden“, der durch die zahlreichen Schwindelbücher über die „geheimen Leiden des Mannes“ stets neue Nahrung erhält, wird vom Verfasser erklärt durch die von Masturbanten häufig geklagten Kreuzschmerzen, deren organische Grundlage vielleicht in einer gewissen Überreizung des Sacralmarkes zu suchen sei. — (Eine Ansicht, der ich nicht beistimmen möchte, da mir rein psychogene Momente eine hinreichende Erklärung für diese Kreuzschmerzen zu liefern scheinen. Der erste „Schrecken“ dieser Leute, rückenmarkskrank zu werden, braucht gar nicht erst durch — organisch bedingte — Schmerzen ausgelöst zu werden, sondern die aus den erwähnten Büchern geholte „Aufklärung“ im Verein mit dem eigenen schlechten Gewissen über diese „widernatürliche“ Art der Sexualbefriedigun