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Ein Kranker, den ich durch ein Jahr zu analysieren Gelegenheit hatte, und dessen Behandlung mit Heilung endete, lenkte meine Aufmerksamkeit auf das Problem des Errötens. Ich habe bei vielen anderen Kranken und Gesunden das Erröten studiert und bin bei allen zu einem gewissen Resultat gelangt. Ich beschäftige mich jetzt mit diesem Falle nur deshalb so ausführlich, weil er konzentriert und verdichtet fast alle Möglichkeiten lieferte, wodurch wahrscheinlich auch bei anderen Kranken und Gesunden das Erröten zum Vorschein kommt.
Ich kann die Analyse leider nur fragmentarisch wiedergeben? da der Kreis, in welchem der Patient verkehrt, Leser der psychoanalytischen Literatur ist und der Kranke sein Inkognito bewahrt wissen möchte.
Die Analyse wurde in zwei Phasen durchgeführt, indem der Patient die Analyse nach drei Monaten wegen Erfolglosigkeit der Kur unterbrach und sich in hypnotische Behandlung begab. Es wurde vierzehnmal von einem bekannten Arzt die Hypnose versucht, einigemal mit Erfolg. Da aber die Krankheit auch weiter ohne Besserung blieb, kehrte er zur Analyse zurück, die dann nach weiteren acht Monaten mit Erfolg endete.
Nach dem Kriege wurde von mir im Verein der Hochschüler ein Kurs über Psychoanalyse abgehalten. Eines Tages, nach einem Vortrage, sprach mich auf der Gasse ein junger Mann an, mit der Bitte, an mich einige Fragen richten zu dürfen. Er war einer meiner Zuhörer. Es war mir auffallend, daß er seine Neugierde auf der Gasse befriedigen wollte (die schlecht beleuchtet war), da