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Der Autor steht seit jeher auf dem Standpunkt, daß die Homosexualität in den meisten Fällen eine erworbene Eigenschaft, wenn auch auf Grund einer angeborenen Disposition sei. „Ich selbst habe eine angeborene Disposition zur Homosexualität schon seit langer Zeit angenommen. Ich habe die Homosexualität in solchen Fällen als einen konträr entwickelten, sekundären Geschlechtscharakter aufgefaßt … Jeder sekundäre Geschlechtscharakter kann gelegentlich auf das falsche Geschlecht übergehen. Wir sehen z. B. Männer mit Brüsten, Frauen mit Bürten, Männer mit weiblicher, Frauen mit männlicher Kehlkopfbildung …“ Er bespricht dann, daß der normale heterosexuelle Trieb zweifellos eine eingeborene Reaktionsfähigkeit sei, die dispositionell bereits bei der Geburt gegeben ist, aber erst später zur Entwicklung kommt. „Ebenso aber wie wir nun sehen, daß andere sekundäre Geschlechtscharaktere auf das falsche Geschlecht übergehen können, werden wir dies auch für die Triebrichtung gelegentlich erwarten dürfen. Es wäre deshalb veifehlt, zu behaupten, daß die Homosexualität nicht eingeboren sein kann. Ebenso verfehlt wäre es freilich, zu behaupten, daß sie immer eingeboren sei.“ Sie ist mitunter erworben. Aber auch hier ist in den meisten „Fällen ein eingeborener Faktor vorhanden, und zwar eine Labilität des Nervensystems, die in vielen Fällen als Degenerationserscheinung aufgefaßt werden muß. ln solchen Fällen besteht die Neigung, daß sich nicht die normalen, festen, psychischen Verknüpfungen ausbilden, sondern daß eine Lockerung derselben besteht und infolgedessen perverse Reaktionsfähigkeiten leichten Boden finden. So ist es durchaus erklärbar, daß Homosexualität ebenso wie Fetischismus und andere Perversionen gelegentlich infolge einer Labilität des Nervensystems erworben sein kann.“
Da der Autor sich in seinen positiven Ansichten mit solchen allgemeinen, alles erklärenden Verursachungen, wie Übergehen aufs „falsche“ Geschlecht, „Labilität des Nervensystems, Degeneration“, an anderer St