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Nachdem Klieneberger noch schnell zu Beginn einen Seitenhieb gegen die Psychoanalyse, gegen Freud und Rank vollführt hat — da Freud der Sexualität, die früher eine selbstverständliche Begleiterscheinung des Lebens gewesen sei, eine alles überschattende Bedeutung zugesprochen habe — behandelt er die Frage, ob Homosexualität angeboren sei oder erworben werde. Er bekennt sich zur letzteren Ansicht, da die begleitenden anderen psychischen Störungen dafür sprechen. (Daß die Psychoanalyse für den überwiegenden Teil der homosexuellen Fälle diese Ansicht seit langem vertritt, scheint ihm unbekannt, da er einen Satz Ranks, „die Perversionen stellen die ursprünglichste Form der Sexualtriebe dar“, in dem Sinne zitiert, als ob dadurch gesagt werden soll, die Homosexualität ist ursprünglich, Therapieversuche daher unnötig. Man kann die Sätze eines Buches nicht so fest verketten, als daß sie nicht ein Übelwollender auseinanderreißen und im gegenteiligen Sinne zitieren könnte.) Er glaubt, daß nur an Fällen jugendlicher Homosexualität etwas feststellbar sei, da bei erwachsenen Homosexuellen durch Lektüre etc. alles schon zu verwirrt sei(l) Er bringt dann zwei interessante Fälle eines 19- und eines 15jährigen jungen Mannes. Auch diese beiden Fälle bestärken ihn in der Ansicht, daß Homosexualität erworben werde. Als Therapie schlägt er vor: Herabsetzung der Erregbarkeit, allgemeine Kraft- und Willensstärkung, suggestive Beeinflußung zur Überwindung der Hemmungen, Umstellung und Beseitigung psychischer Impotenz eventuell mit der Hypnose. Prophylaxe: Aufklärung, Bekämpfung der schädlichen Literatur.
Gerhard Fuchs.