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Als Voruntersuchung zum eigentlichen Problem werden Assoziationsversuche durchgeführt. Die Reizwörter waren so gewählt, daß ein großer Teil von ihnen für die Versuchsperson sicher lust- oder unlustbetont sein mußte. Es zeigte sich, daß die Verlängerung der Reaktionszeit (Jung) kein eindeutiges Kriterium der Gefühlsbelontheit abgibt, sondern nur als Symptom aufzufassen ist, wobei Geläufigkeit, Häufigkeitswert des Wortes eine wichtige Rolle spielen. Gelesene Wörter wirken viel unpersönlicher, haben also eine geringere Gefühlswirkung zur Folge als gehörte. Die Einstellung, möglichst schnell zu reagieren, verhindert das Bewußtwerden emotioneller Faktoren.
Für die eigentlichen Versuche wird nun das Material so zusammengestellt, daß einerseits sinnhaltige, andererseits auch sinnlose Wörter, und zwar von beiden Arten solche, welche mit je einem der gefühlsbetonten Wörter gleiche ßuch-stabenzahl, Anfangs- und Endbuchstaben, sowie eventuell andere Merkmale (Ober- und Unterlängen) besitzen, gewählt und mittels des Wundtschen Tachistoskops erstens in der Entfernung von 1·5 Meter, dann bei jeder folgenden Lesung mit je 10 Zentimeter näher gerückt, 20 Sekunden lang exponiert werden. Es stellt sich heraus, daß Lesen sowie Verlesen einerseits durch das Material, andererseits durch die Psyche des Lesers (Geläufigkeit, Bereitschaft, Reflexion, Gefühlswirkung) bedingt wird.
Das Lesen läßt — im Experiment — die Gefühlsbetonung oft nicht hervorkommen, wenn aber ja, dann pflegt die gefühlsbetonte Lesung noch bei den folgenden Lesungen (desselben Wortes) zu perseverieren, sie erschwert das richtige Lesen, bringt auch positive Verlesungen hervor; verursacht ein Nachlassen der kritischen Einstellung, so daß die Versuchsperson ihr Verlesen eher richtig findet. In Übereinstimmung mit einem früheren Befunde von Peters wird ein Übergewicht lustbetonter Wörter gegenüber unlustbetonten angetroffen. Doch wird oft auch ein unlustbetontes Wort eher gelesen als ein indifferentes (z. B. Fliegersignal s