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Eine besonders günstige Gelegenheit zum Verständnis der Dynamik der Symptombildung bietet uns das Studium der sogenannten „passageren Symptome“, Symptome, die vor unseren Augen entstehen, eine Art Laboratoriumsprodukte der analytischen Arbeit Ferenczi, der diese Erscheinungen zuerst beschrieb, machte auf ihre theoretische Bedeutung aufmerksam, indem sie eine beinahe experimentelle Beobachtung der „Dynamik des Erkrankens“ ermöglichen2. Ferenczi erklärt diese während der analytischen Arbeit auftretenden Symptombildungen als Widerstandserscheinungen gegen das Bewußtwerden von gewissen unbewußten, für das Ich unlustvollen und durch die Analyse in die Nähe der Bewußtseinsschwelle gebrachten Tendenzen. Diese, aus den alten neurotischen Positionen herausgetrieben, suchen in den neuen Krankheitssymptomen nach einer Ableitung und streben dabei einem neuen Gleichgewichtszustand zu. Wahrhaftig eine glänzende Gelegenheit für das Studium der Symptombildung!
In ganz besonders ausgeprägter Form treten solche passagere neurotische Kunstprodukte während der Analyse von sogenannten neurotischen Charakteren auf. Diese sind dem Analytiker wohlbekannte Menschentypen, die an keinen ausgesprochenen Krankheitserscheinungen leiden, sondern im Leben auffallend triebhaft,