You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Ein voluminöser Band voll alter und neuer Krankengeschichten zur Psycho-pathia sexualis, das wissenschaftliche Zwischengewebe dürftig und oberflächlich. Obwohl der Autor Freud geistig so gut wie alles verdankt, kann er sich hämischer und überlegen dünkender Bemerkungen nicht enthalten. Wer wenig oder nichts vom behandelten Stoff weiß, findet hier viel Neues; wahrhaftige wissenschaftliche Aufklärung enthält ein Artikel eines wahrhaften Psychoanalytikers viel mehr — als ein Band Stekels. Zum Beispiel kann man aus dem Aufsatz von 30 Seiten in dieser Zeitschrift (VII. Jahrg., Heft 4) über „Äußerungsformen des weiblichen Kastrationskomplexes“ ungleich mehr, klar Bewiesenes über die Geschlechtskälte der Frau lernen, als aus Stekels dickem Buch über dieses Thema. Seine schriftstellerische Fruchtbarkeit beschleunigt die Verbreitung und verzögert die Vertiefung der Psychoanalyse.
Dr. E. Hitschmann