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Eine populäre Darstellung psychopathologischer und pädagogischer Fragen nennt Frank sein neues Buch. Er betont, daß es ihm nicht um grundlegende Erörterungen zu tun sei. Es handelt sich um zehn Vorträge, die Frank
in Zürich hielt vor einem Publikum mit psychologisch-pädagogischen Interessen. Die bisher erschienenen Besprechungen in Zeitungen und Zeitschriften begrüßen das Franksche Buch mit einstimmiger Bewunderung.
Der Autor führt zunächst in die Begriffe seiner Psychologie ein, einschließlich Unbewußtes, Verdrängung, Abreaktion. Doch hütet sich Frank korrekt, je den Namen der Psychoanalyse zu nennen, was wir nur willkommen heißen dürfen, da das von ihm geübte Verfahren mit Psychoanalyse von heute nichts zu tun hat. Dann wendet sich Frank gegen die unrichtigen pädagogischen Ausdeutungen der Manifestationen aus dem Unbewußten, besonders der asozialen Handlungen. Die traditionelle Pädagogik verurteilt er scharf, weil sie mit Angst und Gedächtnis erziehe. Viel Raum beanspruchen Erörterungen über Typen der Begabung und des affektiven Verhallens, die sexuelle Aufklärung, die biologische Bedeutung der „Liebes- und Geschlechtsgefühle“, die Gefährdung der Jugend durch pathologische Lehrer-Fragen, die in den letzten Jahrzehnten von den Pädagogen schon ebenso leidenschaftlich diskutiert wurden. Frank fordert Maßnahmen des Staates für die klinische Beobachtung aller Kinder und die Entfernung der neurotischen Lehrer aus dem Lehrstande noch bevor sie zum Unterricht kommen: einen cordon sanitaire um das ganze Schulwesen.
Der Verfasser setzt sich mit entschiedenem Ernst für eine Neuorientierung im Erziehungswesen ein. Er betont, daß trotz der metaphysischen Psychologie und der bisherigen rein beschreibenden oder einst so viel versprechenden experimentellen Psychologie keines der pädagogischen Rätsel gelöst wurde (S. 5). Er bekennt sich zur Existenz der frühinfantilen Sexualität (S. 181, 202) und der Abstammung höherer Funktionen von den primitiven Trieben. Seinen Darstellungen le