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In dieser hundert Seiten umfassenden, populär gehaltenen Broschüre will der Verfasser zeigen, wie all das, was der Laie kurzweg als „körperliche Leiden“ zu bezeichnen gewohnt ist, in engem, unzertrennlichem Zusammenhang mit unserer Psyche steht. Der Vorsatz ist von vornherein ein sehr dankenswerter. Denn wer weiß, wie hartnäckig oft unsere Patienten daran hängen, für jedes Leiden eine körperliche und äußerliche Ursache zu finden oder vielmehrjzu erfinden, und wer Gelegenheit hat zu erfahren, daß selbst viele Ärzte um ihr und ihrer Patienten Kausalitätsbedürfnis zu befriedigen, in oft recht autistischer Weise solche äußerlichen Gründe anzuführen gewohnt sind und teils aus Scheu, teils aus Nichtwissen die „psychogene“ Natur oder den psychogenen Faktor eines'Leidens ignorieren, der dürfte es nur begrüßen, wenn ihm von populär-autoritativer Seite eine Stütze in Gestalt einer solchen Schrift erwachsen würde.
Verfasser geht von den Gesetzen der Erblichkeit aus, nennt aber als vererbte seelische Eigenschaften nur die „Intelligenz“ und die „moralischen oder Charaktereigenschaften“ mit ihren Entartungen (intellektuelle und moralische Idiotie); von der Beschaffenheit unseres Gehirnes sei unser geistiges und sittliches Leben abhängig, indem es auf die von außen kommenden Reize reagiert, „welche das beständige Spiel der Ideenassoziationen, mit einem Worte das Seelenleben unterhalten“.
Warum Verfasser zur Bestätigung des engen Zusammenhanges zwischen Seele und Körper im folgenden gerade die Worte des orthodox-katholischen Prälaten Mgr. d'Hulst zitiert, statt aus der modernen Wissenschaft zu schöpfen, ist nicht recht verständlich. Als Beispiele dieser gegenseitigen Abhängigkeit führt Verfasser dann Geisteskrankheit und Epilepsie, ferner den „Zustand der Seele im Alkoholrausch“ und schließlich die Schädigungen der Psyche durch Schilddrüsenmangel an.
Verfasser stellt somit die psychischen Schäden dar als Produkt der Vererbung einerseits und der von außen kommenden Reize andererseits.