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In einer Broschüre von beiläufig 30 Seiten behandelt der bekannte Psychiater die Hypnose vom psychologischen und biologischen Gesichtspunkt für gebildete Laien und — wie wir hinzufügen — auch für nur einseitig gebildete Ärzte in überaus anregender und aufklärender Weise. Das Verhältnis des Hypnotiseurs zum Hypnotisierten nennt Schilder mit Recht „das Kernproblem der Hypnose“, behandelt es aber erst im vierten Abschnitt unter dem ein wenig entwertenden Titel: Die psychische Haltung des Hypnotisierten. Er steht hier vollkommen auf der Anschauung der Psychoanalyse, welche in Ferenczis Arbeit im Jahrbuch für Psychoanalyse 1909 schon klar festgelegt ist. „Das Suggerieren und Hypnotisieren ist die absichtliche Herstellung von Bedingungen, unter denen die in jedem Menschen vorhandene, aber für gewöhnlich durch die Zensur verdrängt gehaltene Neigung zu blindem Glauben und kritiklosem Gehorsam — ein Rest des infantil-erotischen Liebens und Fürchtens der Eltern — auf die Person des Hypnotisierenden oder Suggerierenden unbewußt übertragen werden kann. Die Hypnose wurzelt daher in der Sexualität.“ (Ferenczi.)
Auch sonst stützt sich die Arbeit vielfach auf Ideen und Ergebnisse der Psychoanalyse und zeigt Geist vom Geiste Freuds. Schilder hebt daher eigens hervor, daß er bei aller Anerkennung dessen, was er anderen verdanke, doch die Gesamtdarstellung als Eigenerwerb auffassen zu dürfen glaube, was man ihm aber nicht recht zubilligen kann, da die Arbeit Ferenczis hier