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Die vorliegende Sammlung von Originalversuchen gehört zu dem seltenen zuverlässigen Material, auf das sich die Forschung wird stützen können, wenn sie dem Verständuis der fraglichen Phänomene näher kommen will. Die Versuche mit Fräulein H., die mir persönlich bekannt ist und deren Zuverlässigkeit überdies durch zahlreiche Atteste von ärztlicher und anderer Seite bestätigt wird, umfassen so ziemlich das ganze Gebiet der unter Telepathie und räumlichem Hellsehen verstandenen Phänomene. Psychologisch besonders interessant sind die nicht seltenen Fälle, in denen das Medium sich nicht an die eigentlich gemeinte Versuchsrichtung hält, sondern spontan einen anderen Weg geht: so wenn statt des Inhaltes des verschlossenen Pakets die dem Experimentator bekannte oder auch selbst nicht bekannte Person charakterisiert wird, von der das Paket stammt. Von Wasielewskis Fräulein v. B. unterscheidet sich Fräulein W. überhaupt durch eine gewisse erhöhte Aktivität und Lebendigkeit und vor allem durch ihre größere konkrete Vorstellungs- und Reproduktionskraft. Demgemäß sind die Resultate oft weniger zielsicher und eindeutig gerichtet (auf den zu bestimmenden Gegenstand zum Beispiel), vielmehr wird meist zunächst die allgemeine Atmosphäre des Gegenstandes (die aus dem Zusammenhang mit einem Menschen entsteht) charakterisiert. Das Einfühlen in Personen auf Grund von Schriftstücken etc. scheint ihre besondere Begabung zu sein und erweist sich in unmittelbarer Nachahmung der für die Person charakteristischen Haltungen, Ausdrucksweisen etc. Für den Psychoanalytiker ist die Erfahrung des Verfassers interessant, daß bei „telepathischer“ Übertragung die bewußte Suggestion störend wirkt, daß es vielmehr zum Gelingen beiträgt, wenn der Experimentator nach Fixierung der Aufgabe sich mit anderem bewußtseinsmäßig beschäftigt. — Man darf dem Buch weite Verbreitung wünschen, die es infolge seiner sachlichen Einstellung den Phänomenen gegenüber verdient.
Dr. Willy Haas.