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Die Verfasser finden es ungerecht, daß die Symbolik, wie überhaupt die Lehre der Wiener Schule, in den lateinischen Ländern auf oft spöttische Verurteilung stoße. Sie weisen an der Hand von drei Werken aus dem XVI. und XVII. Jahrhundert nach, daß damals schon die sexuelle Bedeutung der Symbolik zum großen Teil bekannt war. Das eine von Pierius enthält allein zirka 3000, jedoch fällt bei ihrer Aufzählung (zwar nicht den Verfassern, aber dem Referenten) auf, daß im allgemeinen diese Symbole viel verschwommener gedeutet werden, als es Freud gelehrt hat. So stellt z. B. der Garten die Frau (und nicht ihre Genitalbehaarung) dar. Bei der Schlange wird auf die Bibel und viele andere alte Belege zurückgegriffen. Auch die Kontrastdarstellung kennen diese alten Werke: so symbolisiert die Schlange unter Umständen die Beherrschung, Genauigkeit und Klugheit. Die Träume sind diesen alten Schriftstellern Verwirklichung der „Hoffnung“, wofür Freud nur eingesetzt habe: des „Wunsches“. An der Hand eigener Krankenbeobachtungen, welche zeigen, daß auch jetzt noch dieselben Symbole Geltung haben, wird mit Recht geschlossen, daß die Symbolik ewig menschlicher Besitz sei. Am Schlüsse verfalien sie jedoch in den Fehler zu glauben, Freud unterschätze durch die Auffindung seiner Pansexualilät die egoistischen Interessen. Die Synthese dieser beiden Strömungen aber sei die unerläßliche Forderung des psychotherapeutischen Handelns, eine Behauptung, die nach Freud selbstverständlich ist, da die psychogenen Erkrankungen dem Konflikt eben dieser Interessen mit der Sexualität (die also durchaus nicht Pan sein kann) ihre Entstehung verdanken.
Dr. K. Landauer (Frankfurt a. M.).