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Es dürfte jedem Psychoanalytiker leicht fallen, aus seiner persönlichen Erfahrung Beispiele zur Bestätigung von Dr. Abrahams wertvoller und lehrreicher Arbeit anzuführen. Eine eingehende Besprechung seiner Ausführungen würde den Raum eines ganzen Artikels in Anspruch nehmen. Es scheint mir aber der Mühe wert, wenigstens einige Bemerkungen mitzuteilen, die sich aus dem Material ergeben haben, das mir zur Zeit der Lektüre dieser Arbeit zur Verfügung stand.
Der Wunsch nach dem Besitze eines Penis verbindet sich beim Mädchen mit dem Wunsch, vom Vater ein Geschenk (ursprünglich einen Penis, später ein Kind) zu erhalten. Bei einer weiblichen Patientin verursachte die folgende, ungünstige Kombination von Umständen die Überbetonung eines starken Kastrationskomplexes. Patientin hatte nur einen einzigen älteren Bruder, für den sie sowohl Neid wie Eifersucht empfand. Er hatte seit seiner Geburt einen mißgestalteten Fuß, für dessen Behandlung der Vater alles ihm Mögliche aufbot. Er brachte den Knaben regelmäßig zu einem berühmten Londoner Chirurgen, der ihn, neben anderen Behandlungen, nicht weniger als elf mal operierte; zu Hause pflegte der Vater das Bein des Kindes zweimal täglich selber zu massieren; das Mädchen wurde über diese Bemühungen vernachlässigt. Schließlich trat wirklich eine Heilung des Beines ein, in dem Mädchen blieb aber das Gefühl zurück, daß man zwar alle Anstrengungen mache, um dem Jungen ein gesundes Glied zu verschaffen, aber nicht das gleiche für sie tue. Daß der Fuß ein verbreitetes unbewußtes Symbol für den Penis ist, wissen wir aus zahlreichen Nachweisen.
Das Mädchen spielte bis zum Alter von drei Jahren gerne mit Puppen. Zu dieser Zeit wurde im Hause ihrer besten Freundin ein Kind geboren. Nach diesem Ereignis entwickelte sie stark männliche Züge, wollte von Puppen oder Babies nichts mehr wissen und weigerte sich sogar in ihrer späteren glücklichen Ehe hartnäckig, Mutter zu werden.
Die Herabsetzung des männlichen Gliedes als Abwehr gegen Neidgefühle: Ei