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Professor Jeansei me hat in der Juninummer 1921 des „L'Encephale“ (S. 310) einen sehr interessanten Fall von Selbstverstümmlung des Penis beschrieben. Es handelt sich um einen zwölfjährigen Jungen, Paul R., der sich den Penis mit einem Faden in der Höhe der balano-präputialen Furche zusammenschnürte. Die Strangulation war so heftig, daß die Eichel brandig wurde und eines Tages während des Urinierens abfiel. Professor Jeanselme diskutiert die möglichen Motive dieser Selbstverstümmiung. Es handelt sich in diesem Fall nicht um eine Verletzung, um sich dem Militärdienst zu entziehen, noch um einen Streich, den das Kind gemacht hätte, mit dem einzigen Zweck, die Aufmerksamkeit seiner Umgebung auf sich zu ziehen. Handelt es sich um eine künstliche Prozedur, die das Kind ausgedacht, um sich am Bettnässen zu verhindern?
Nein, seit mehreren Jahren litt der Knabe nicht mehr an Bettnässen. In Ermanglung anderer Hypothesen denkt Professor Jeanselme, daß es sich hier um eine besondere Art von Onanie handelt. Das ist möglich, allein man muß andere Hypothesen ins Auge fassen. Wir hatten Gelegenheit, kürzlich einen Verstümmlungsversuch bei einem Katatoniker zu beobachten. Es handelte sich da um einen jungen Mann von 24 Jahren, Student der Rechte, der viel Geschmack an philosophischen Übungen fand. Er ist seit zwei Jahren in Céry interniert. Eines Tages, als er sexuell erregt war, zerbricht er das Glas seines Leibstuhls und versucht, sich damit zu beschneiden. Die Krankenwärter kommen zurecht, um ihn daran zu hindern. Als er am nächsten Tag wegen dieser Tatsache gefragt wurde, antwortete er, daß er diese Operation mit einem unreinen Gegenstand machen wollte, um zu sehen, ob sein Blut rein bleiben würde. In diesem Fall war der Zweck der Verstümmlung der, sich von seiner Reinheit zu überzeugen. Wir glauben nicht, daß es sich bei dem Knaben, von dem Professor Jeanselme spricht, um ein ähnliches Motiv handelt; aber es wäre interessant zu wissen, ob dieser Knabe schon sexuell reif war und