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Eine befreundete Kollegin läßt sich auf meinen Rat hin zur Analyse bei einem männlichen Arzt bewegen. Aus äußeren Gründen ist sie gezwungen, die Analyse nach kurzer Zeit zu unterbrechen, wobei die heftige ambivalente Übertragung noch nicht aufgelöst werden konnte. Aus ihrem mir freundlichst überlassenen Traume berichte ich bloß den Abschnitt, der nichts Persönliches vex-rät. Ich lasse die Dame reden:
„Man bringt mir einen Brief vom Bruder. Es sind keine Marken darauf, so daß ich 30 Pfennig Strafporto bezahlen muß. Im Brief sind Photographien vom Bruder; diese sind sehr schlecht, ganz verblichen; man kann den Bruder darauf kaum erkennen.“
Vor dem Schlafengehen hatte die Dame einige Briefe, die sie von dem sie analysierenden Arzt erhalten hatte, gelesen. In ihren Träumen pflegte sie stets den Arzt als Bruder darzustellen, was ihr bekannt war.
Am Abend vor dem Traume war sie mit ihrem Mann in einer Sitzung der Medizinischen Gesellschaft. Hier wurde eine luetische Frau vorgestellt. Die Kollegin fragte sich, ob es nur durch die prozentuell größere Luesinfektion