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Von allen den vielgestaltigen Erscheinungen, welche Freud in seiner „Psychopathologie des Alltagslebens“ beschrieben hat, läßt sich durchwegs aussagen, daß sie mit den bewußten Intentionen des Individuums in Widerspruch stehen. Die den bewußten Interessen zuwiderlaufende Tendenz hat aber in verschiedenen Formen der Fehlleistung verschiedene Schicksale. Sie kann der Verdrängung zum Opfer fallen. Dies geschieht beispielsweise, wenn wir Worte, Eigennamen usw. vergessen. In dem von Freud gegebenen Beispiel „aliquis“ verhindert das Vergessen dieses Wortes das Bewußtwerden bestimmter unlustbetonter Assoziationen. Anders ist der Effekt des Versprechens oder des Verschreibens. Hier drängt sich die dem Bewußtsein nicht genehme Tendenz störend in die bewußt beabsichtigte Leistung ein. Man könnte die Fehlleistungen mit Rücksicht auf ihren Effekt in zwei Gruppen sondern, je nachdem die vom Bewußtsein abgelehnte Tendenz zum Verstummen gebracht wird oder sich wenigstens in Andeutungen äußern darf.
Schon früher waren mir in meinen Psychoanalysen Fehlleistungen aufgefallen, die einer dritten, in der „Psychopathologie des Alltagslebens“ nicht erwähnten Spielart anzugehören schienen. Neuerdings bot mir eine Patientin Beispiele solcher Art in einer gewissen Häufung. Dies ist der Anlaß zu der vorliegenden kleinen Mitteilung.
Die Patientin, deren sprachliche Artikulation im allgemeinen durchaus normal ist, neigt dazu, die Anfangssilbe von Eigennamen durch ein leichtes Stottern zu verdoppeln. Sie leidet unter dieser Störung sehr und befindet sich beispielsweise in ihren Unterrichtsstunden deswegen in ständiger Angst. Sie fürchtet zum Vorlesen aufgefordert zu werden, und dann könnte sie in dem Lesestück auf einen Eigennamen treffen, der die Störung hervorriefe.
Sie berichtete mir nun eines Tages von der Verstümmelung eines Namens, die ihr aus einem derartigen Anlaß begegnet sei. Die Fehlleistung war nun allerdings ein Versprechen, aber keines von der geschilderten, reduplizierenden Art. Die