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Folgendes Ereignis scheint mir den Unterschied zwischen dem psychoanalytischen Gesichtspunkte und dem Aberglauben besonders deutlich zu demonstrieren.
Es ist ein Beispiel aus meiner Vergangenheit. Ich verheiratete mich, als ich noch Student des letzten Semesters war. Meine Hochzeit wurde in einer Provinzstadt gefeiert, die weit von meiner Heimatstadt Moskau entlegen war. Meine Eltern und Schwestern wohnten in Moskau. Sie waren mit meiner Braut nicht bekannt und an meiner Hochzeit nicht anwesend. Sofort nach dem feierlichen Hochzeitsdiner geleitete man uns auf den Bahnhof. Wir sollten bis Moskau fast 24 Stunden fahren, nachmittags dort ankommen, einige Stunden mit meiner Familie zubringen und noch am selben Tage ins Ausland abreisen. Fahrkarten und Schlafplätze waren schon bis Berlin bestellt. Auf einer der Stationen unterwegs, etwa zwei Stunden Fahrt bis Moskau, stieg ich aus dem Wagen, um auf dem Bahnsteig zu spazieren; meine Frau blieb im Coupé. Ich weiß nicht, warum mir plötzlich der Wunsch kam, durch den Bahnhof zum Ausgang zu gehen und von dort aus einen Blick auf die Stadt zu tun. Das tat ich auch, denn der Zug sollte nach meinen Berechnungen wenigstens zehn Minuten stehen. Als ich nach einigen Minuten auf den Bahnsteig zurückkehrte, war der Zug schon fort. Ich konnte nur noch den letzten Wagen sehen! Mein Zustand war kein fröhlicher. Zu meinem Glück ging nach einer halben Stunde ein Lastzug, mit dem ich auch nach Moskau fuhr. Im ganzen gestaltete sich alles glücklich. Nur meine alte Njanja schüttelte den Kopf und wiederholte: „Aus dieser Ehe wird nichts Ordentliches!“ Selbstverständlich lachte ich über meine Njanja und war überzeugt, daß allerlei solche Aberglauben Dummheiten seien. Nach fünf Monaten waren wir geschieden.
Die Stadt, in der ich so unglücklich aus dem Zuge ausgestiegen war, spielte nachher eine große Rolle in meinem Leben, denn dort wohnte ein Mensch, mit dem mein Schicksal sich eng verknüpfte.
Nach Freud ist meine Handlung, d. h., daß ich aus dem