You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Die in diesem stattlichen Bande gesammelten 28 Aufsätze des hervorragenden Berliner Psychoanalytikers Dr. Abraham sind nicht nur darum bedeutsam, weil sie den Leser über alle wesentlichen Fortschritte der Freudschen Neurosenlehre von 1907 bis 1921 an klinischen Beispielen eingehend informieren, sondern vor allem durch die Fülle von wichtigen Originalbeiträgen, die unsere Wissenschaft diesem unermüdlichen Forscher verdankt. Die meisten der von Abraham gebrachten Anregungen haben sich bewährt, sehr viele sind das Gemeingut aller Psychoanalytiker geworden, manche dieser Arbeiten aber sind geradezu glänzende Leistungen, zu denen den Autor seine große Erfahrung und Geistesschärfe befähigten. Es ist nicht möglich, sich vom Reichtum an neuer Erkenntnis, die diese Aufsätze bieten, nach einem Referate auch nur entfernt einen Begriff zu bilden; der Wissensdurstige muß aufs Original verwiesen werden. Doch schon die Aufzählung einzelner Kapitelüberschriften genügt, um die Originalität und die Vielseitigkeit des Autors zu kennzeichnen.
„Das Erleiden sexueller Traumen als Form infantiler Sexualbetätigung“ zwingen uns, unsere bisherige Auffassung über die Genese gewisser Psychoneurosen gründlich zu revidieren. Früher glaubte man, eine große Anzahl dieser Seelenzustände auf infantile Sexualtraumata zurückführen zu können. Diese Untersuchung Abrahams zeigt uns aber, daß Kinder oft die Tendenz haben, sich solchen Traumen auszusetzen, wohl eine Bestätigung der von Freud vertretenen Rolle der Sexualkonstitution in der Pathogenese dieser Neurosen. „Die Stellung der Verwandtenehe in der Psychologie der Neurosen“ und „Über neurotische Exogamie“ behandeln das zwiespältige Verhältnis der Neurotiker zu den gegengeschlechtlichen Blutsverwandten, von denen sie entweder zu stark angezogen oder abgestoßen werden. Die wichtigsten Beobachtungen verdankt die Psychoanalyse dem Autor dieser Sammlung über die Bedeutsamkeit gewisser, bisher zu wenig gewürdigter Partialtriebe, erogener Zonen und Sexualor