You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Wenn man den nichtneurologischen Fachblättern Deutschlands Aufmerksamkeit schenkt, so sieht man, daß die Psychoanalyse die Widerstände langsam zum Nachgebenzwingt, und die Kollegen sich, wenn auch nicht gründlich, aber doch soweit mit der Analyse befreundet haben, als sie dazu in ihrer Praxis genötigt sind. Es liegt viel daran, daß die Neurotiker selbst mit solchen Anforderungen auftretec, die die Ärzte mit ihren alten Kenntnissen nicht befriedigen können. Wie erwähnt, eine tiefe psychologische Einsicht wird nicht gefunden, aber auch nicht erwartet, doch es ist schon ein gewaltiger Fortschritt, wenn bei der Aufnahme der Anamnesen und bei der Therapie in erster Reihe die Ergebnisse der Psychoanalyse in Betracht gezogen werden. Eine psychoanalytischeBehandlung wird nicht vorgenommen, die Erfahrungen unserer Wissenschaft werden nur in leichten Fällen angewendet, wo man ohne Tiefenanalyse auch weiter kommt, so z. B. Bettnässen, Hyperemesis, Dyspareunie, Vaginismus etc. Manche gestehen selbst, daß sie nur Symptomanalyse treiben. Steckt hinter dem Symptom eine tiefere Seelenveränderung, so muß die Behandlung einem Fachmann überlassen werden. Stemmerz. B.1 scheint einen tieferen Einblick gewonnen zu