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Mit diesem sehr lesenswerten Buche bezweckt der Autor weniger eine Spezialuntersuchung der verschiedenen Formen von Geisteskrankheit, als eine Darstellung der Zusammenhänge der Psychiatrie mit anderen Zweigen der Medizin und Psychologie und mit der Soziologie und anderen ihr nahestehenden Wissenschaften. Er erreicht seine Absicht in seiner ausgezeichneten und ausführlichen Beleuchtung aller Beziehungen des psychiatrischen Studiums vom
speziellen Standpunkt der eigentlichen Psychiatrie wie auch vom Standpunkt der Zoologie, Prähistorie, der Kinderentwicklung, inneren Sekretion etc. Dabei ist nicht recht zu erkennen, für welches Publikum Dr. White seine Ausführungen eigentlich berechnet. Schon das Verständnis aller Themen, init denen sie sich befaßt, würde beim Leser dieselbe umfassende Bildung voraussetzen, die der Autor besitzt.
Dr. White ist der Ansicht, daß die Isolierung der Psychoanalytiker in den verschiedenen Ländern während der Kriegsjahre zur Entwicklung bestimmter nationaler Eigentümlichkeiten geführt hat. So spricht er von einer amerikanischen Schule der Psychopathologie und führt zehn für sie charakteristische Punkte an. Uns erscheint allerdings, daß die meisten dieser Besonderheiten sich nicht auf Amerika beschränken oder daß sie so allgemein ausgedrückt sind, daß man sich über ihren eigentlichen Inhalt nicht recht klar wird. Sie lauten wie folgt: 1. Die Einheit des Organismus als Energiesystem; 2. das menschliche Verhalten als Spezialproblem der Frage der Umsetzung und Abfuhr von Energie; 3. die strukturelle Organisation als Beispiel für die phyletische Synthesis der Erfahrung mit dem Nervensystem als Hauptfaktor; 4, das Prinzip, daß die typischen Formen des Abreagierens (action patterns of discharge) als zu einem Ganzen sic!) vereinigenden Teile die Struktur des Organismus (structural Organisation) formen; 5. die Auffassung des Symbols als Quelle und Vermittler von Energie; 6. das Aufgeben der metaphysischen Unterscheidung zwischen Körper und Seele; 7.