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Dieses Buch, das einen weiten Leserkreis verdient, ist für Psychoanalytiker von besonderem Interesse: es beschäftigt sich mit einer Reihe von wichtigen Fragen aus der Entwicklungsgeschichte des menschlichen Seelenlebens und deutet zahlreiche Probleme an, bei deren Lösung die Psychoanalyse von Nutzen sein könnte.
Der Inhalt zerfällt in zwei, ziemlich streng unterschiedene Abschnitte. In dem ersten, kleineren Teil entwickelt der Autor eine Theorie über die Differenzierung des Menschen vom Menschenaffen, in der er alle Unterschiede zwischen dem Menschen und seinem nächsten tierischen Verwandten auf die Wirksamkeit eines einzigen, den ursprünglichen anthropoiden Lebensbedingungen gegenüber veränderten Faktors zurückführt, nämlich auf die Einführung der Fleischnahrung und die zu ihrer Erlangung notwendigen Jagdgebräuche. Er bespricht alle Vorteile, die eine solche Neuerung mit sich bringen mußte, wie auch die aus ihr resultierenden körperlichen, sozialen und psychologischen Veränderungen. Der Institution der Familie räumt der Autor einen verhältnismäßig geringen Einfluß auf die menschliche Artentwicklung ein und setzt sich damit in Gegensatz zu den Ansichten, die Freud (im Anschluß an Darwin und Atkinson) in „Totem und Tabu“ ausgesprochen hat. Daß seine Jagdhypothese zur Lösung der meisten Probleme, mit denen Freud sich in dem genannten Werk beschäftigt, wenig beiträgt, würde der Autor wahrscheinlich als unvermeidlich bezeichnen. Seiner Ansicht nach ist es vergebliche Mühe, aus der primitiven Gesellschaftsform, die vor drei oder vier Millionen Jahren bestanden haben mag, irgendwelche der bekannten Heiratsgebräuche der Wilden, wie Vermeidung, Totemismus, Exogamie, ableiten zu wollen; diese müßten dann mindestens 500.000 Jahre alt sein. Viele dieser Vorschriften können aber erst zu einer Zeit entstanden sein, zu der es bereits eine Tradition gab und eine Sprache, die fähig war, Verwandtschaftsbeziehungen auszudrücken.
Der zweite und größere Teil des Buches beschäftigt sich m