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Seit der ausführlichen, aber ohne persönliche Erfahrung verfaßten Darstellung der Psychoanalyse durch Régis und Hésnard, mit der wir uns seinerzeit eingehend beschäftigten1, scheint sich das Interesse der Franzosen mehr als vorher unserer Wissenschaft zuzuwenden. Allerdings sind es hauptsächlich Belletristen, die sich für uns interessieren. Um so erfreulicher ist es, daß in diesem Bande ein junger ärztlicher Fachmann aus der französischen Schweiz sich die Aufgabe stellte, seine Konnationalen mit der Methode und den wichtigsten Begriffen der Psychoanalyse bekannt zu machen. Er machte sich diese Aufgabe nicht leicht und begnügte sich nicht, wie seine Vorgänger, mit der oberflächlichen Lektüre einzelner psychoanaly tischer Werke, sondern unterzog sich vorerst selber einer psychoanalytischen Behandlung, versuchte die so gewonnenen Kenntnisse an mehreren Patienten, vertiefte sich in die Lektüre der psychoanalytischen Literatur und erst so gerüstet, getraute ersieh ein Urteil über die Methode zu. Wie nicht anders zu erwarten, fiel denn auch dieses in fast allen Punkten für die Analyse günstig aus und auch in den wenigen, meist mehr theoretischen Fragen, in denen de Saussure Freud nicht wörtlich folgen kann (z. B. in der oralen und analen Sexualität), leugnet er die Tatsächlichkeit der Freud sehen Beobachtungen nicht, gibt sogar die erotische Natur dieser Partialtriebe willig zu und hat nur dagegen Bedenken, diese Erotik als etwas Sexuelles, d. h. als der Arterhaltung Dienendes zu bezeichnen. Wir glauben bestimmt, daß der Autor bei gehäufter Erfahrung auch die für ihn noch bestehende dünne Scheidewand zwischen Oralerotik und oraler Sexualität fallen lassen wird.
Der gelungenste Teil des Buches ist zweifellos die detaillierte Beschreibung der psychoanalytischen Technik, wie sie Verf. durch Prof. Freud, bei dem er die Analyse lernte, ausführen sah. Einzelne Details dieses technischen Kapitels dürften nicht nur dem Anfänger, sondern auch dem geübten Analytiker manches Neue bie