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1862 in Marseille geboren, machte Dupré eine rasche Karriere. Assistenzarzt 1888, Doktor 1891, wurde er 1898 Dozent, dann 1918 Professor. Er bekleidete auch die hohen Funktionen des Vorstandes der Schule von St. Anna und eines Chefs des Krankenhauses der Polizeipräfektur in Paris. Trotz der drückenden administrativen Lasten hatte Dupré eine schöne wissenschaftliche Laufbahn. Er begann mit Arbeiten der internen Medizin, aber 1901 publizierte er eine Reihe von Studien über die Psychiatrie. Er leitete auch eine große Anzahl bemerkenswerter Dissertationen über diesen Gegenstand. Was den Psychoanalytiker bei Dupré interessiert, ist die Wichtigkeit, die er den Triebperversionen in der Symptomatologie der Neurosen beimißt. In seiner Arbeit vor dem Kongreß von Tunis1 hat er den Versuch einer Klassifikation der hauptsächlichsten Triebabänderungen gegeben. Im Gegensatz zu vielen französischen Autoren, die diese Perversionen als Wirkungen der Hysterie betrachten, beschreibt sie Dupré als das pathologische Substrat, auf das die Mythomanie aufgepropft ist2. 1920 schrieb Dupré in gemeinsamer Arbeit mit seinem Schüler Trépsat einen Artikel über die Technik der Psychoanalyse. (Encéphale 1920.) Dieser Artikel steht, obwohl er ein wenig oberflächlich ist, dem Werke Freuds zumindestens sympathisch gegenüber. Wir geben hier die Schlußfolgerung wieder (S. 184.): „Es ist vor allem wichtig, sich nicht von vornherein durch das, was diese Doktrin und diese Technik an Unerwartetem, Überflüssigem und selbst Unwahrscheinlichem zu beinhalten scheinen, abschrecken zu lassen. Man muß sich vielmehr dieser Prozedur ohne Hintergedanken und ohne vorgefaßte Meinung bedienen, um imstande zu sein, sie zu schätzen.“