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Die Patientin, deren Fall ich im folgenden zur Darstellung bringe, wurde mir von ihrem Bruder, einem jungen Handelsgehilfen, mit den Worten vorgestellt, daß sie an einer „Zwangskrankheit“ leide, Ich hatte ein neunzehnjähriges Mädchen vor mir, das ein äußerst wortkarges und verschlossenes Wesen zeigte und auf die üblichen Fragen nur zögernd antwortete. Mit einem sonderbaren konzentrierten Ausdruck in den Gesichtszügen gab sie an, daß sie foitwährend an eine Sache denken müsse, wovon sie sich nicht frei machen könne. Der Aufforderung, diesen Gedanken doch genauer zu bezeichnen, vermochte sie nicht tn befriedigender Weise naebzukommen. Trotzdem gewann ich aus dem Gesamteindruck die Überzeugung, daß der Bruder die Natur ihres Leidens lichtig herausgefunden habe. Als ich ihm dies vorbrachte und unter Anspielung auf seinen Stand meine Verwunderung darüber aussprach, woher denn diese seine Sachkenntnis stamme, gab er mit einem verlegenen Lächeln zurück, er hätte über solche Krankheiten manches nachgelesen und sein Wissen von dort geholt. Im übrigen bemerkte er, daß die Krankheit, welche das sonst heitere Naturell seiner Schwester für alle Familienangehörigen bemerkbar verändert habe, erst seit drei Wochen bestehe. Seit dieser Zeit wäre eie unfähig,