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Das Arbeitsprogramm des diesjährigen Kongresses, der unter dem Vorsitz von Dr. Ernest Jones, London, Ende September in Berlin stattfand, war auf drei reichlich ausgefüllte Tage verteilt. Bereits am Vorabend, dem 24. September, wurden die Teilnehmer des Kongresses durch die Berliner Psychoanalytische Vereinigung; im Kongreßlokal (Kurfürstenstraße 115-116: Haus des Brüdervereines) inoffiziell empfangen und herzlich begrüßt.1
Am nächsten Tage eröffnete Präsident Dr. Jones die wissenschaftliche Arbeit mit einer kurzen Ansprache und ging dann in die bei der Fülle des Materials mit anerkennenswerter Umsicht angeordnetete Vortragsordnung ein, die wir hier folgen lassen, wobei wir die Autoreferate der Vortragenden — soweit sie eingelaufen sind — gleich einschalten:2
Montag, den 25. September 1922. Vormittag.
Präsidium: Dr. E. Jones.
Dr. S. Ferenczi, Budapest: Versuch einer Genitaltheorie.
Psychoanalytische Beobachtungen bei der genitalen Impotenz des Mannes gestatten eine gewisse Einsicht in die normalerweise verstärkten Komponenten der Begattungsfunktion. Verfasser unterscheidet neben der von Abraham isolierten „urethralen“ Form der Funktionsstörung (Ejac. praecox) eine „anale“ Impotenz mit vorwiegend retardierenden Tendenzen (ejac. retardata, aspermie). Diese zwei Innervationsstörungen (die immer auch von entsprechendem psychischen Überbau begleitet sind), kommen aber oft auch nebeneinander oder abwechselnd zum Vorschein. Besonders diese letztere Abart führte Verfasser zur Hypothese, daß auch der normale Ejakulationsvorgang als der Endprozeß eines feinen, daher unkenntlichen Ineinandergreifens urethraler (die Ausscheidung befördernder) und analer (die Ausscheidung hemmender) Innervationen aufzufassen ist. Ähnliche alterniernd anale und urethrale Tendenzen könnten aber auch dem Hin und Her des Friktionsvorganges zugrunde