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Manche von Ihnen werden sich gewiß noch erinnern, daß wir bei der Gründung unseres Institutes auf die Anregung verwiesen haben, die uns durch Professor Freuds Budapester Kongreßvortrag „Über die Wege der psychoanalytischen Therapie“ geworden ist. Er hatte uns damals gemahnt, uns auf den Moment vorzubereiten, wo das Gewissen der Gesellschaft erwachen und der Staat es als dringende Pflicht ansehen würde, für seelische Hilfe ebenso zu sorgen, wie für sonstige lebensrettende und gesundheitsfördernde. Es würden dann Anstalten und Ordinationsinstitute gegründet werden, welche das psychoanalytische Heilverfahren weiten Kreisen zugänglich zu machen haben würden. Als Freud diese Worte sprach, die halb Prophezeiung und halb Forderung waren, lebte noch jener unvergeßliche Mann unter uns, der mit kühnem Plan all diese Zukunftshoffnungeu in großzügiger Weise der Verwirklichung näher zu bringen tráchtete und es ist mehr als bloß kollegiale Pietät, wenn ich an dieser Stelle Dr. Anton von Freunds gedenke, mich anschickend, den Weg zu schildern, den wir seit der Gründung der Poliklinik zurückgelegt haben.
Die Psychoanalyse einem weiteren Kreis zugänglich zu machen, war seit jeher unser Wunsch, wie der so vieler unter uns, und als wir nach Beendigung des Krieges am Ende des Jahres 1918 an unsere Arbeitsstätten zurückkehrten, empfanden wir dies Bedürfnis immer dringender und unabweislicher. Das neurotische Elend war maßlos gewachsen, mit ihm stiegen aber auch die Ansprüche des Publikums und damit auch gleichsam eine Art von wachsendem Vertrauen zu uns. Der beginnende Krieg schien in den ersten Jahren, wie so vieles andere von Wert, auch die Psychoanalyse verschlingen zu wollen. Es kam anders. Im Krieg und schließlich auch durch den Krieg gewann die Analyse mächtig an Boden: Die Kriegsneurosen demonstrierten auch den Blindesten und Verstocktesten Freudsche Mechanismen in der handgreiflichsten Weise und wir erlebten gegen Kriegsende in der damaligen österreichisch-ungarischen