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Am 22. Jänner 1922 beriefen die Herren M. N. Banerji, Dr. G. Bose, Dr. N. N. S. Gupta, H. Maiti und S. Mitra eine Versammlung in Kalkutta, Parsibagan 14, ein, um die Gründung einer psychoanalytischen Vereinigung zu erörtern und ihre Statuten auszuarbeiten. Außer den Genannten waren die folgenden Herren erschienen:
Rai Jaladhar Sen Bahadur
Mr. Gopeswar Pal, M. Sc.
Mr. A. Majumdar B. A., B. L.
Mr. R. C. Ghose, B. A.
Dr. N. C. Mitra, M. B.
Mr. Govindchand Bora, B. A.
Capt. S. K. Ray, M. B., I. M. S.
Dr. N. N. Sen Gupta wurde zum Vorsitzenden gewählt.
Auf Ersuchen des Vorsitzenden setzte Dr. G. Bose die Ziele und Absichten der zu gründenden Vereinigung auseinander. Er führte aus, daß die psychoanalytische Forschung in Indien in wissenschaftlicher wie auch in therapeutischer Hinsicht die besten Resultate erhoffen lasse. Eine Behandlung psychischer Erkrankungen gäbe es bis jetzt so gut wie gar nicht und außerdem eröffne Indien dem Psychoanalytiker ein ungeheures Arbeitsgebiet mit seiner unerschöpflichen Mannigfaltigkeit an sozialen und religiösen Sitten und Gebräuchen des verschiedensten Alters und der verschiedensten Herkunft und mit seinem Nebeneinander von Völkern auf allen Stufen der Kultur und Zivilisation. Der Widerstand, mit dem die Analyse in Indien zu rechnen habe, würde voraussichtlich eher von den einzelnen als von den sozialen Gemeinschaften ausgehen, da die religiöse Überlieferung der Hindus jede Prüderie bei Behandlung sexueller Fragen ausschließe. Fast alle Komplexe, auf welche die Psychoanalyse Licht geworfen hat, träten bei irgend einer der zahllosen religiösen Sekten Indiens unverhüllt in Erscheinung. Leider fehle es nur an Forschern und an Gelegenheiten zu gegenseitigem Gedankenaustausch. Dr. Bose führte ferner aus, daß im Jahre 1909, als er sich zuerst diesem Arbeitsgebiet zuzuwenden begann, der Name Freud in Indien noch so gut wie unbekannt war und kein anderer Arzt sich seines Wissens mit diesem Thema beschäftigte. Seitdem aber habe sich vieles günstig geände