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In einer Äußerung, die von der Welt ungläubig aufgenommen und vielfach verspottet worden ist, verweist Freud darauf, daß die unlustvollen Eindrücke, die das Kind während des Geburtsaktes empfängt, zum Vorbild für alle späteren Angsterlebnisse werden, so daß man in gewissem Sinne jeden Anfall von Angst als eine teilweise Wiederholung jenes großen Ureindrucks bezeichnen könnte.
Es ist darum doppelt interessant zu erfahren, daß Ähnliches schon im XVIII. Jahrhundert von Erasmus Darwin, dem Großvater Charles Darwins, behauptet worden ist. Erasmus Darwin schreibt in seiner Zoonomia (Vol. 1., p. 148) wie folgt: „Die ersten starken Empfindungen, die nach der Geburt auf das Junge eindringen, entstehen durch die Atemnot mit Beklemmung der Brust und durch den plötzlichen Übergang aus einer Temperatur von über 37 Grad in unser kaltes Klima. Das Junge zittert, daß heißt es setzt nacheinander alle Muskeln in Bewegung, um sich von dem Druck auf seine Brust zu befreien, und es beginnt, mit kurzen, schnellen Atemzügen Luft zu schöpfen. Gleichzeitig zieht die Kälte seine gerötete Haut zusammen, so daß sie langsam erblaßt; der Blasen- und Darminhalt wird entleert, und aus dem Erleben dieser ersten unlustvollen Sensationen entsteht der Angstaffekt, der nichts anderes ist als die Erwartung unlustvoller Sensationen. Diese frühzeitige Kombination von Bewegungen und Empfindungen erhält sich durch das ganze spätere Leben; durch den Angstaffekt wird Kälte und Blässe der Haut, Zittern, Beschleunigung der Atemtätigkeit und Entleerung von Blase und Darm bewirkt; und diese Erscheinungen werden so zum natürlichen, universellen Ausdrucksmittel für diesen Affekt.“