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In dem dritten Band von Bismarcks „Gedanken und Erinnerungen“ findet sich in dem Kapitel „Caprivi“ ein interessanter Fall von Affekt, der von der Person Caprivis, dem Bismarck jeden Vorwurf erspart, auf ein Symbol projiziert wird. Als Bismarck auf seine Entlassung durch den Kaiser und auf seinen Nachfolger zu sprechen kommt, tut er dies mit einer bemerkenswerten Selbstbeherrschung und ohne sichtliche Erregung. Er hebt hervor, daß Caprivi ernste Bedenken gegen die Übernahme des Kanzlerpostens geltend gemacht hat, preist seine Fähigkeiten und die Kritik Bismarcks hält sich durchaus in den Grenzen der Gerechtigkeit. Er läßt sogar für Caprivi die Entschuldigung einer harten Jugend („psychologische Konsequenzen seiner tantalisierten Jugend, welche für einen Gardeoffizier ohne Vermögen von Entbehrungen und Bitterkeit nicht frei war“) als genügenden Grund gelten, den Kanzlerposten als „eine ausgleichende Gerechtigkeit des Schicksals“ anzunehmen.
Um so mehr muß es uns überraschen, wenn in einer Fußnote eine Menge von Affekt an eine scheinbar unbedeutende und durchaus nicht zur Politik gehörige Sache verschwendet wird. Bismarck sagt nämlich: „Ich kann nicht leugnen, daß mein Vertrauen in den Charakter meines Nachfolgers einen Stoß erlitten hat, seit ich erfahren habe, daß er die uralten Bäume vor der Gartenseite seiner, früher meiner, Wohnung hat abhauen lassen, welche eine erst in Jahrhunderten zu regenerierende, also unersetzbare Zierde der amtliehen